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Gemeinsam-Preisverleihung: „Braunschweiger Zeitung“ ehrt zum 14. Mal Ehrenamtliche  

BRAUNSCHWEIG, 30.05.2017. Der jüdische Autor und Holocaust-Überlebende Sally Perel hat anlässlich der 14. Gemeinsam-Preisverleihung der „Braunschweiger Zeitung“ die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement hervorgehoben. „Mir selbst, der ich ja nun bereits 92 Jahre alt bin, bestätigt die ehrenamtliche Arbeit meinen Selbstwert. Für mich ist das ein Bedürfnis zur gesellschaftlichen Mitgestaltung und zum Einsatz für soziale Gerechtigkeit“, sagte er vorab. Sally  Perel, der in Peine geboren wurde und mittlerweile in Israel lebt, hielt am Abend die Festrede im Braunschweiger Dom vor den mehr als 800 Gästen. „Dass ich jetzt im Braunschweiger Dom eine Friedensrede halten darf, ist eine Krönung meines Lebenswegs“, so Perel, der mit seinem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ bekannt geworden ist.

 

Mit dem Gemeinsam-Preis ehrt die „Braunschweiger Zeitung“ zusammen mit dem Braunschweiger Dom Ehrenamtliche aus der gesamten Region Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Helmstedt, Peine, Gifhorn und Wolfenbüttel für ihr bürgerschaftliches Engagement. Insgesamt sind für die Gemeinsam-Preise 11.000 Euro ausgelobt, gestiftet von der Volkswagen Financial Services AG, dem Braunschweiger Dom, der Braunschweiger Versorgungs-AG & Co.KG BS Energy sowie dem BZV Medienhaus.

„Die Bürgerzeitung hat die große Chance, Menschen ins Licht zu rücken, die sich für eine lebenswerte Region, für ein soziales Gemeinwesen engagieren“; sagt Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. „Der Gemeinsam-Preis soll gute Beispiele zeigen und diejenigen ehren, deren Leistungen wir im Alltag viel zu oft für selbstverständlich halten. Auch im 14. Jahr haben sich so viele Leser an der Abstimmung beteiligt, dass wir sicher sein können: Unsere Leser stehen hinter dieser Aktion.“

Über die Gemeinsam-Preisträger konnten die Leser der „Braunschweiger Zeitung“ per Telefon, Postkarte und im Internet abstimmen. 24 vorbildliche Projekte waren zuvor in der Zeitung ausführlich vorgestellt worden. Auf den mit 3500 Euro dotierten ersten Platz wählten die Leser das Team der Helmstedter Tafel. 13 Helmstedter rund um die Vorsitzende Nadine Kummert haben die Tafel vor dem Aus gerettet, als sich der Trägerverein 2015 überraschend zurückzog.

2500 Euro für den zweiten Platz gehen an die „Wolfsburger Elfen“ – eine Gruppe von Frauen, die sich regelmäßig zum Nähen trifft – für Frühchen, kleine Kämpfer und Sternenkinder, die würdevoll beerdigt werden sollen. Mit den winzigen Kleidungsstücken versorgen sie die Kliniken in der Region.

Den mit 1500 Euro dotierten dritten Preis bekommt in diesem Jahr die Deutsch- und Freizeit- AG des Bürgervereins Essenrode im Landkreis Helmstedt. Sprache ist Teilhabe und Leben. Daher kümmern sich die Mitglieder des Vereins um die im Dorf lebenden Asylbewerber.

Mit einem Sonderpreis in Höhe von 1500 Euro zeichnete die Jury Jan-Nicklas Banning aus Westerbeck im Landkreis Gifhorn aus. Das Herz des 18-Jährigen schlägt seit klein auf für das Technische Hilfswerk. Der angehende Mechatroniker engagiert sich in der Bergungsgruppe und sagt: „Hier lernt man fürs Leben.“

Unabhängig vom Leservotum vergibt der Dom in jedem Jahr einen Sonderpreis für Jugendliche, die sich auch international engagieren. Er ist mit 1000 Euro dotiert und geht in diesem Jahr an die 15-jährige Julia Swiatkowski. Sie hilft als Sprachpatin in der Schule, im Deutsch-Polnischen Hilfsverein Poldeh e.V., betreut dort eine eigene Kindergruppe und treibt die Weihnachtsaktion „Päckchen für Braunschweig“ voran. Sie sagt: „Es fühlt sich gut an, Menschen zu helfen.“

Ebenfalls durch Entscheidung der Jury wurde erneut ein „Rückenwind“-Preisträger gekürt. Diese Ehrung für Unternehmen und Institutionen, die das Ehrenamt ihrer Mitarbeiter fördern, wurde 2016 erstmals ausgelobt und wird künftig vom damaligen Preisträger BS Energy/Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG gestiftet. In diesem Jahr wurde mit dem „Rückenwind“-Preis in Höhe von 1000 Euro die Siemens AG Standort Braunschweig ausgezeichnet. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern seit 2009 an, sich für einen Tag ehrenamtlich zu engagieren und stellt sie dafür frei.

 

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