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Exklusiv in HÖRZU – Ulrich Tukurs Abrechnung mit dem „Tatort“ und TV-Redakteuren: „Wenn das TV überleben will, muss es die Latte entschieden höher legen!“

ESSEN / HAMBURG, 16.12.2015. Einmal pro Jahr zeigt das Erste eine „Tatort“-Episode mit Ulrich Tukur (58) – und oftmals werden diese Folgen anschließend mit wichtigen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet, etwa mit der GOLDENEN KAMERA. Auch Tukurs fünfter Einsatz als Felix Murot (Titel: „Wer bin ich?“) ist ein Experiment – auch eines mit der Logik. Keine leichte Kost für die Zuschauer.

Im Exklusiv-Interview mit HÖRZU verrät Tukur, warum das im TV durchaus ein Wagnis ist – und attackiert die TV-Redakteure scharf: „Sie haben die Zuschauer im Lauf der Jahre mit so viel Mindersinn beworfen, dass das aktive Zuschauen, bei dem man auch mal seine eigene Fantasie einsetzen muss, verkümmert ist. Wenn das TV überleben will, muss es die Latte entschieden höher legen. Man muss die Menschen, die vor den Apparaten sitzen, fordern. Vielleicht gibt es nach der Ausstrahlung meiner neuen ‚Tatort‘-Episode einen Shitstorm. Na und? Ich finde, dass der ‚Tatort‘ immer eine Überraschung sein sollte, kann aber auch Leute verstehen, die am Wochenende eine ‚saubere‘, ‚normale‘ Krimiunterhaltung haben möchten. Das wird ja sowieso überwiegend gemacht, und inzwischen ist das Format so inflationär unterwegs, dass man es sich leisten sollte, an einer Ecke mutige neue Wege zu beschreiten.“

Tukur erläutert den komplexen Aufbau seines neuen „Tatorts“: „Ich spiele den Schauspieler Ulrich Tukur, der die Figur Felix Murot spielt. Doch die Rolle hat keine Lust mehr auf ihre virtuelle Existenz. Sie möchte nicht nur dann leben, wenn die Kameras laufen, sondern auch mal im Park spazieren gehen. Dann ereignet sich ein Todesfall im Team – und Tukur gerät in Mordverdacht.“ Kann Tukur nach dieser Episode überhaupt als Kommissar Murot weitermachen? Der Star kontert: „Es war nie meine Absicht, mit dieser Episode einen eleganten Abgang hinzulegen. Ich mache so lange weiter, wie der ‚Tatort‘ neue Räume öffnet. Diesmal stellen wir die Krimireihe in eine Art Spiegelkabinett, in der sie sich auf vielen Ebenen bricht und reflektiert.“ Außerdem sei die nächste Murot-Episode bereits abgedreht: „Sie erzählt die Geschichte eines Serienmörders, der verzweifelten Menschen helfen will und sie umbringt, wenn er das Gefühl hat, dass ihnen der Tod guttut. Jens Harzer vom Hamburger Thalia-Theater spielt diesen Killer.“

Auf die Frage, was er von der üblichen TV-Formel „Spitzenquote gleich Spitzenfilm“ hält, antwortet Tukur: „Warum soll etwas, das massenhaft gesehen wird, besonders gut sein? Es ist doch möglich, dass etwas gut ist und sich nicht sofort erschließt. Es ist sogar wahrscheinlich. In den Radiosendern wird dann gern ABBA gespielt – die Programmmacher können sicher sein, dass niemand abschaltet, denn hier haben sie den kleinsten gemeinsamen Nenner. Eigentlich sollte man sich bei hohen Einschaltquoten eher Sorgen machen und sich fragen: Was habe ich falsch gemacht? Warum habe ich niemanden verstört?“

Die ganze Abrechnung von Ulrich Tukur mit dem TV in HÖRZU 52 (EVT: 18.12.2015).

Alle Zitate nur bei Nennung der Quelle HÖRZU frei.

Redaktioneller Ansprechpartner:

Mike Powelz, Chefreporter
Tel.: 040 / 55 44 72 310

 

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