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Hamburger Abendblatt startet Redaktionsprojekt mit Flüchtlingen als Reporter

HAMBURG / ESSEN, 28.08.2015. Das Hamburger Abendblatt startet ein neues Redaktionsprojekt und beschäftigt ab September fünf Flüchtlinge als Reporter. Das Reporterteam soll regelmäßig Beiträge in den verschiedenen Ressorts der Zeitung, die zur FUNKE MEDIENGRUPPE gehört, veröffentlichen. Geplant ist eine wöchentliche Kolumne „Mein Leben in Hamburg“, die die Reporter abwechselnd verfassen. Zusätzlich sollen sie nach aktueller Lage die Situation von Flüchtlingen in Hamburg aus ihrer authentischen Perspektive beleuchten.

Die Ärztin aus dem Irak, der Foto-Journalist und die Politikwissenschaftlerin aus Afghanistan, der Taxifahrer aus Eritrea sowie der Bankkaufmann aus Syrien erhalten alle benötigten Arbeitsmittel. Nach einem kurzen Praktikum in der Redaktion sollen sie mit ihrer Arbeit beginnen. Honoriert werden sie wie andere freie Mitarbeiter nach Zeile. Verständigungsprobleme sollen keine Hürde darstellen: Die Reporter verfassen die Beiträge in ihrer eigenen Sprache, die dann ins Deutsche übersetzt werden.

„Wir wollen den Flüchtlingen nicht nur ein Gesicht, sondern eine Stimme geben“, sagt Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblattes. „Und mit ihrer Hilfe nicht nur etwas über sie, sondern vor allem auch über uns erfahren. Wie fühlen sie sich in Hamburg? Wie werden sie von den Menschen hier aufgenommen?“

Im vergangenen Juli hatte das Hamburger Abendblatt erstmals Erfahrungen mit dem Flüchtlingsthema gemacht, die über die reine Berichterstattung hinausgegangen waren: Die Zeitung hatte seine Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, Kleider und weitere Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs für die Flüchtlinge in der Stadt zu spenden. Die Resonanz war groß, weit mehr als 10.000 Hamburger Bürger brachten 60 Tonnen von Spendengütern. „Diese Hilfsaktion hat uns noch mehr für das Flüchtlingsdrama sensibilisiert“, sagt Lars Haider. Daraus sei dann die Idee erwachsen, Flüchtlinge als Reporter zu engagieren.

 

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