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Mehr als eine Restrukturierung:
FUNKE MEDIENGRUPPE stellt Regional- und Lokalmedien neu auf

Zukunftsprogramm FUNKE 2022 schafft Voraussetzungen für weiteres Wachstum: Agile Strukturen und Prozesse beschleunigen digitalen Shift / Kosteneinsparungen geben Raum für Investitionen

 

ESSEN, 07.02.2019. Die Position als führender Publisher von Regional- und Lokalmedien stärken und ausbauen – das möchte die FUNKE MEDIENGRUPPE mit ihrem Zukunftsprogramm FUNKE 2022 erreichen. Drei Ziele stehen dabei im Fokus: Konsequente Ausrichtung auf digitale Produkte bei gleichzeitiger Stabilisierung der Printtitel, Schaffung von Freiräumen für Investitionen in neue Produkte durch Kosteneinsparung und Nutzen von Wachstumschancen im Newsmarkt.

„Mehr denn je brauchen wir guten, verlässlichen Regional- und Lokaljournalismus. Wir dürfen uns aber nichts vormachen, seine Zukunft ist extrem gefährdet“, sagt Ove Saffe, für das Zeitungsgeschäft verantwortlicher Geschäftsführer. „Die Kosten für die Zeitungszustellung haben sich auch aufgrund staatlicher Maßnahmen drastisch erhöht, die Zustellung wird dadurch immer schwieriger. Wenn wir die Entwicklung unserer Auflagen und der Werbeerlöse in die Zukunft fortschreiben und Belastungen wie steigende Papierpreise hinzurechnen, wird deutlich, dass wir den Schalter jetzt umlegen müssen. Genau das tun wir: Wir schaffen ein Umfeld, in dem unabhängiger und professioneller Regional- und Lokaljournalismus gedeihen kann.“

Im Fokus des Zukunftskurses steht  der Ausbau digitaler journalistischer Bezahlangebote. In Hamburg wurde bereits im September 2018 damit begonnen, die redaktionellen Prozesse bei den Regionalzeitungen auf das User-First-Prinzip umzustellen. Die Redaktionen in Nordrhein-Westfalen starteten in der vorletzten Woche damit, die Berliner Morgenpost folgt im März, danach kommen die Titel in Braunschweig und Thüringen an die Reihe. Ove Saffe: „Die Ergebnisse sind sehr ermutigend, wir verzeichnen beim Hamburger Abendblatt eine Steigerung der Digital-Abo-Abschlüsse um fast 300 Prozent seit Juli vergangenen Jahres. Auch in Nordrhein-Westfalen ist bereits nach wenigen Tagen eine dynamische Entwicklung nach oben erkennbar.“

Um die digitale Transformation zu forcieren, wurde unter Leitung von Dr. Ruth Betz und Carsten Erdmann die Stabsstelle Digitale Transformation eingerichtet. Sie koordiniert alle User-First-Projekte und initiiert agile Prozesse, die einen schnellen und ergebnisorientierten Austausch mit und unter den Standorten ermöglichen. Ove Saffe: „Hier geschieht nicht weniger als eine Kulturrevolution: Die Standorte entscheiden und priorisieren gemeinsam, was wann wie geschieht, und liefern dann schnell Resultate. Das ist eine Blaupause für uns: 2022 soll die gesamte Mediengruppe agil ‚ticken‘.“

Teil des Zukunftsprogramms FUNKE 2022 ist ein forcierter Wachstumskurs mit dem Schwerpunkt auf digitale Aktivitäten. „Unsere Investitionen in journalistische Innovationen wie den Datenjournalismus und digitales Storytelling sind teuer und zahlen sich oft erst nach Jahren aus. Sie sind aber wichtig, um auch künftig Leserinnen und Leser für unsere Titel zu gewinnen“, sagt Andreas Schoo, für digitale Aktivitäten verantwortlicher Geschäftsführer. „Und natürlich wollen wir uns auch die Möglichkeit offen halten, in die Übernahme von Produkten zu investieren, die zu unserem Regional- und Lokalportfolio passen.“

Parallel zur Expansion wird mit dem Zukunftsprogramm FUNKE 2022 der Tageszeitungsbereich im Sinne maximaler Kosteneffizienz neu aufgestellt. Teil der Neuausrichtung ist ein strategisches Kostensenkungsprogramm an allen Standorten, das auch Personalabbau beinhaltet. Heute wurden Betriebsräte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Bereiche über die Planungen informiert.

So muss in Nordrhein-Westfalen die Ausgabe der Westfalenpost in Warstein eingestellt werden; sie ist trotz großer Anstrengungen seit Jahren schon nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Aufgrund der strukturell rückläufigen Tageszeitungsauflagen sind die beiden NRW-Druckereien in Essen und Hagen jeweils nur noch etwa zur Hälfte ausgelastet. Diese Betriebsstruktur ist wegen der damit verbundenen Kosten nicht mehr zukunftsfähig und bedarf einer Anpassung. Deswegen ist geplant, die Druckaktivitäten an dem größeren Standort Hagen zusammenzuführen. Dort entstehen durch den Kapazitätsaufbau neue Arbeitsplätze. Diese Maßnahme wird durch ein umfassendes Investitionsprogramm im niedrigen zweistelligen Millionenbereich flankiert. In Hagen entsteht somit ein hocheffizienter Betrieb, der auf die zukünftigen Anforderungen in technischer und kapazitiver Hinsicht optimal ausgerichtet wird. Mit den Mitarbeitern des Essener Betriebes bzw. deren Vertretern wird zeitnah darüber beraten, inwiefern Beschäftigungen am Standort Hagen möglich sind. Resultierend aus dem sich stetig rückläufig entwickelnden Print-Werbegeschäft werden in Braunschweig die Wochenblattaktivitäten reduziert. In Hamburg ist eine zentrale Redaktion für alle Wochenblätter geplant. Für die Berliner Morgenpost werden zurzeit Möglichkeiten eines effektiven Digitalkurses geprüft. Das Kompaktformat wird eingestellt, da über 90 Prozent der Leserinnen und Leser das Großformat oder die Digitalausgabe bevorzugen. Für die Thüringer Titel werden Szenarien erarbeitet, wie eine Versorgung der Leserinnen und Leser in ländlichen Gebieten mit digitalen Angeboten gewährleistet werden kann.

In der Berliner Zentralredaktion sollen die Aufgaben des Service-Ressorts ausgelagert, Redakteursstellen in der Produktion abgebaut werden. „Die Zentralredaktion ist für uns überaus wichtig, sie ist eine unüberhörbare publizistische Stimme in Deutschland geworden. Das wird auch so bleiben. Allerdings werden wir von Berlin aus künftig straffer und standardisierter die Regionaltitel beliefern“, sagt Ove Saffe.

Die Digitalisierung hat die Werbevermarktung so radikal verändert, dass auch hier eine grundlegende Anpassung der Strukturen und Prozesse notwendig ist. Ziel ist eine sinnvolle Zentralisierung bei gleichzeitiger Schaffung schlagkräftiger Teams vor Ort. „Die Neuaufstellung der Vermarktung ist eine besondere Herausforderung. Wir müssen hier ganz neu denken und kommen leider nicht am Abbau von Stellen vorbei“, so Ove Saffe. Der Vertrieb wird in Fortführung der seit vier Jahren erfolgten Harmonisierung  ebenfalls zentralisiert und optimiert dabei standortübergreifend seine Prozesse. Darüber hinaus ist eine Neuaufstellung der kaufmännischen Bereiche vorgesehen.

 

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